Biozyklische Humuserde ist kein gewöhnlicher Kompost. Sie entsteht, wenn Pflanzen aktiv das Mikrobiom ihres Bodens aufbauen und Nährstoffe über symbiontische Prozesse aus Luft und Bodenmineralien gewinnen – ganz ohne Dünger. Das Herzstück sind sogenannte Mikro-Carbon-Cluster (MCC): winzige, stabile Kohlenstoffstrukturen, die von Pflanzenwurzeln im Boden gebildet werden. Böden mit Biozyklischer Humuserde liefern Erträge, die 30–150 % über dem Niveau konventioneller Systeme liegen – und das dauerhaft, ohne externe Inputs.
Häufige Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Biozyklische Humuserde, das terra plena Projekt und wie du mitmachen kannst.
Quellen: Dr. agr. Johannes Eisenbach – Biozyklische Humuserde, Einfach Erklärt (2026) · Themenblätter terra plena Projekt
Nein. 'Vegan' bezieht sich hier ausschließlich auf die Herstellung des Substrats: Es werden kein Tierdung (Mist, Gülle, Jauche) und keine Schlachtabfälle verwendet. In der Natur fällt Tierkot immer nur zufällig und in kleinen Mengen an. Konzentrierter Tierdung bringt ein anderes Bodenleben mit sich, enthält viel wasserlöslichen Stickstoff und kann Medikamentenrückstände aus der Tierhaltung enthalten – all das stört den natürlichen Kreislauf, den wir aufbauen wollen.
PCS® steht für 'Phytoponisches Kultursubstrat'. Es ist ein besonders reifer, rein pflanzlicher Spezialkompost, der in einem mehrstufigen Prozess hergestellt wird: Zunächst wird pflanzliches Material zu krümel- und nährstoffstabilisiertem Qualitätskompost verarbeitet, dann folgt eine mehrmonatige Nachreife bis zur absoluten Wurzelfreundlichkeit. Diese Reifestufe ist in den üblichen Kompost-Qualitätskategorien (RAL I–V) gar nicht enthalten. PCS® ist die Grundlage, auf der Biozyklische Humuserde entsteht – normaler Gartenkompost kann das nicht leisten.
Ja – mit einigen Einschränkungen. In Töpfen und Hochbeeten kann man fertige Biozyklische Humuserde (nicht PCS®!) verwenden. Das Mini-Ökosystem braucht aber eine gewisse Mindestgröße: Ein Palettenhochbeet mit mindestens 60 cm Tiefe wäre die unterste Grenze. Am besten gibt man Biozyklische Humuserde direkt ins Pflanzloch – 15–20 cm tief. So lernt der Setzling von Anfang an, sich natürlich zu ernähren. Auch Bäume profitieren: ca. 30 kg Humuserde ins Pflanzloch geben dem Baum einen Entwicklungsvorsprung von 1–2 Jahren.
Als Bodenverbesserer: ja, unbedingt. Aber normaler Gartenkompost wird sehr wahrscheinlich keine Biozyklische Humuserde. Dafür braucht es das spezielle PCS® mit seiner besonderen Zusammensetzung und Reife sowie die richtige Bepflanzung über mehrere Jahre. Deshalb gibt es das Netzwerk der lizenzierten PCS®-Bereitsteller im terra plena Projekt – sie stellen sicher, dass das Substrat die nötige Qualität hat.
Immer weniger! Die Natur kennt keine Fruchtfolge, sondern Pflanzengemeinschaften. Auf Biozyklischer Humuserde gedeihen Misch- und Polykulturen besonders gut. Pflanzen, die sich symbiontisch ernähren, unterstützen sich gegenseitig über das Bodenleben. Eine dichte, vielfältige Bepflanzung ist der beste Schutz – auch gegen Schädlinge wie Schnecken, die vor allem von unreifem Kompost und gedüngtem Boden angezogen werden.
Auf PCS®-Hügelbeeten: Nein. EM sind 'Abbauspezialisten' – der Abbau organischer Substanz ist in PCS® aber bereits weit fortgeschritten oder abgeschlossen. Andere, stabilisierende Vorgänge bewirken die Entstehung von Humuserde. EM würden diesen Prozess stören. Das Gleiche gilt für Bokashi: Es befindet sich in einer ganz anderen Reifephase und darf nicht auf PCS®-Hügelbeeten vergraben werden. Auf normalen Gartenböden können beide Mittel hilfreich sein.
Bei normaler Düngung ist der pH-Wert sehr wichtig. Auf Biozyklischer Humuserde spielt er offenbar keine Rolle mehr. Pflanzen, die sich symbiontisch ernähren, kommen mit jedem pH-Wert zurecht – selbst Heidelbeeren, die normalerweise sauren Boden brauchen, gedeihen in Humuserde prächtig. Das liegt daran, dass die Pflanze ihre Nährstoffe nicht mehr aus dem Bodenwasser löst, sondern direkt über Mikroorganismen und Pilznetzwerke bezieht.
Ein terra plena Hub ist ein lokales Netzwerk aus sechs Akteursgruppen: Rohstofflieferanten (Lebensmittelverarbeitung, Landwirtschaft, Landschaftsschutz). PCS®-Bereitsteller (auch 'Inkubatoren' genannt) stellen das Substrat her. Veredler – Gärtner und Landwirte – bepflanzen die Hügelbeete über 5 Jahre (Humuoasen). terra plena Gemüse-Bezieher (Gastronomie, Hofläden, Einzelhandel, Haushalte). Bodenkuratoren finanzieren den Prozess vor. Hub-Koordinatoren halten alles zusammen. terra plena Hubs entstehen dort, wo Menschen zusammenkommen, die Boden heilen wollen. Derzeit gibt es PCS®-Bereitsteller in Seeheim-Jugenheim (Hessen), Singen am Bodensee und Steyerberg (Niedersachsen), Repau (Südliches Sachsen-Anhalt) sowie in der Schweiz.
Auf mikrobieller Ebene betrachtet vollzieht sich beim Aufbau von Humuserde ein Vorgang, den man mit menschlichen Begriffen als 'friedliche Koexistenz' beschreiben würde: Statt des üblichen 'Fressen und Gefressen-Werdens' beim Abbau organischer Substanz entsteht ein Netzwerk, in dem Organismen Nährstoffe weitergeben und lebendig wieder freigesetzt werden. Dr. Eisenbach formuliert es so: Pflanzen könnten unsere großen Vorbilder beim Erschaffen einer friedlichen Welt sein. Auf gesellschaftlicher Ebene schafft das terra plena Projekt eine Wirtschaft, die auf Aufbau statt auf Ausbeutung beruht.
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